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Fahrwerk Basics 2 – Grundbegriffe 2

Fahrwerk

Ein gut funktionierendes Fahrwerk ist Voraussetzung für größtmöglichen Fahrspaß und maximale Sicherheit. Bereits  serienmäßig bieten die Federungskomponenten der KTM-Motorräder ein breites Band an Einstellmöglichkeiten. So kann jedes Fahrwerk individuell auf Fahrstil, Gewicht und Untergrund abgestimmt werden. Grundvorraussetzung dafür ist die einwandfreie Funktion der Federungskomponenten. Das heißt: Die Gabel ist entlüftet (wird mit den kleinen Schrauben der Verschlusskappe gemacht), die Klemmung durch die Gabelbrückenschrauben sind ordnungsgemäß angezogen (entsprechend der Angaben im Handbuch), es gibt keine Verspannungen durch die Achse oder verdrehte Gabelbrücken und eventueller Schmutz unter den Abstreifringen ist entfernt. Zudem müssen sämtliche Lager im Gabel und Schwingenbereich fehlerfrei arbeiten.

PDS oder Umlenksystem?

Kontrovers wird häufig die Frage diskutiert, warum KTM das PDS Federungssystem entwickelt hat. Wunsch aller Fahrer ist ein sensibel ansprechendes Federbein, welches aber in extremen Situationen genügend Durchschlagsicherheit bietet. Dieser Effekt wurde Ende der 80er Jahre durch die Konstruktion eines progressiv arbeitenden Umlenksystem realisiert. Neben vielen Vorteilen gibt es aber auch diverse konstruktive Nachteile. Um diese Nachteile zu eliminieren, entschloss sich KTM das PDS (Progressiv Damping System) System zu konstruieren. Das PDS System arbeitet progressiv durch ein im Dämpfer montiertes und patentiertes Hydrauliksystem. Durch eine direkte Anlenkung kommt das PDS System ohne bewegliche Teile aus, ist somit leichter, wartungsärmer und hat zwangsläufig wesentlich weniger mechanischen Verschleiß als jedes Umlenksystem. Zudem kann der PDS Stoßdämpfer aus der Mitte heraus montiert werden, was die Platzierung des Luftfilters und des Ansaugweges deutlich verbessert. Das zudem das PDS System mehr als erfolgreich funktioniert, dokumentieren auch die zahlreichen WM Titel in allen Off Road Disziplinen.

Achslehre

Das ideale Hilfsmittel zur Überprüfung der perfekten Radposition beim Spannen der Kette.

Feintuning im Gelände

Ausgangsbasis sollte immer das Standard-Setting entsprechend der Bedienungsanleitung sein. Grundsätzlich sei erwähnt, dass die Abstimmung einer EXC für Endurospezifische Einsätze ausgelegt ist. Bei Extremsprüngen auf einer SX-Strecke wird sich ein Durchschlagen unter Umständen nicht vermeiden lassen. Umgekehrt ist eine SX in Waldpassagen mit Wurzeln und Steinen sicher zu hart und bockig. Um derartige massive Anpassungen vorzunehmen, empfiehlt sich ein Umbau der Federelemente auf die entsprechende Spezifikation durch unseren White Power Spezialisten. Für das Feintuning der Gabel hat es sich bewährt, sich jeweils nur auf ein kurzes Streckensegment zu konzentrieren. Sinnvoll ist auch, an diesem Abschnitt einen aufmerksamen Beobachter (z. B. technisch versierter Sportfahrerkollege). zu platzieren, der das Verhalten des Motorrades als Außenstehender beurteilt. Zur eigenen Kontrolle des konkret ausgenutzten Federweges fixiert man um das Tauchrohr einen Kabelbinder, der vom Abstreifring während des Einfederns nach unten verschoben wird. Der konkret genutzte Federweg wird so kontrollierbar.

Gabelentlüfter

Speziell für WP Gabeln designte Entlüftungsventile. Ein kurzer Fingerdruck genügt und die Gabel ist entlüftet.

Preload Adjuster

Schnelle, exakte Fahrwerksanpassung und optische Aufwertung durch die Pre-load Adjuster für das Federbein und Gabel. Somit lässt die die Federvorspannung einfach von außen einstellen.

Grundeinstellung

Zunächst versucht man herauszufinden, ob an der Grundeinstellung des Fahrwerkes irgendetwas negativ auffällt. Wenn ja, geht man an die Arbeit. Jede Veränderung an der Einstellung sowie die Fahreindrücke dazu werden genau notiert. Beispielsweise wird man versuchsweise die Zugstufe verändern. Wenn man an der Gabeloberseite 5 Klicks nach rechts dreht, müsste eine Änderung durchaus zu spüren sein. Damit erhöht sich die Dämpfung während des Ausfederns. Bei längeren Wellen sollte so der Bodenkontakt des Vorderrades verbessert werden, das Motorrad springt nicht so stark. Bei kurzen, schnell aufeinander folgenden Wellen kann sich hingegen die Gabel nach dem ersten Einfedern härter anfühlen als zuvor. Grund: Der Gabel bleibt zwischen den Wellen zu wenig Zeit zum Ausfedern und sie taucht bei jedem folgenden Schlag immer tiefer ein. Weiteres Indiz könnte ein verstärktes Lenkerflattern sein. Gleichzeitig kann das Motorrad in dieser Position stärker übersteuern, das heißt, es biegt stärker zum Kurveninneren ab und wirkt kippelig. Eine Druckstufenveränderung der Gabel verändert die Dämpfung eher im Low-Speed-Bereich. Sie hat weniger Einfluss bei harten Schlägen, ein Durchschlagen der Gabel lässt sich damit auch nicht wirkungsvoll verhindern. Letzteres kann durch eine Erhöhung des Ölstandes effektiv reduziert werden. Hiermit wird die Luftmenge – auch als Luftkammer bezeichnet reduziert (Luft ist komprimierbar), die Gabel wird progressiver, sprich härter gegen Ende des Federweges. Kleine Mengen ÖI lassen sich einfach mit einer Spritze über die Entlüftungsschrauben nachfüllen.

Das passende Werkzeug

Wie bei allen Arbeiten am Motorrad ist das richtige und gutes Werkzeug natürlich wichtig.

Auch die Position der Gabel in den Brücken lässt sich variieren. Erhöht man beispielsweise den Gabelüberstand (Vorderbau wird abgesenkt), neigt das Motorrad zu mehr Unruhe auf schnelleren Passagen, lässt sich aber leichter in Kurven einlenken. Hebt man den Vorderbau hingegen an, wird das Fahrzeug zwar stabiler, kann aber auch leichter untersteuern, sprich über das Vorderrad schieben.